Erdmann Neumeister (1671–1756)

Kupferstich von Martin Bernigeroth
nach einer Vorlage von Johann Salomon Wahl

Geistliche Cantaten

„Soll ichs kürtzlich aussprechen / so sieht eine Cantata nicht anders aus / als ein Stück aus einer Opera, von Stylo Recitativo und Arien zusammengesetzt.“

Mit diesem Satz resümierte Erdmann Neumeister im Vorwort zu seiner um 1700 erschienenen Sammlung „Geistliche Cantaten statt einer Kirchen-Music“ kurz und knapp die von ihm eingeleitete Reform der protestantischen Figuralmusik, die die kirchliche Musikpraxis Nord- und Mitteldeutschlands nachhaltig beeinflussen sollte.

Die von Neumeister eingeführten Neuerungen wurden von seinen Zeitgenossen begeistert aufgenommen und ließen die geistliche Kantate innerhalb kürzester Zeit zur einzig gültigen Form gottesdienstlicher Gebrauchsmusik avancieren. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass uns die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts eine nahezu unüberschaubare Menge an Kantaten hinterlassen hat, die – mit Ausnahme der Werke Johann Sebastian Bachs – zum größten Teil heute völlig unbekannt sind.

Es ist das erklärte Ziel unserer nach dem wegweisenden Neumeister-Druck benannten Editionsreihe „Geistliche Cantaten“, einen Teil dieses sowohl für Musikwissenschaftler als auch für Musikpraktiker gleichermassen hochinteressanten Repertoires wieder zugänglich zu machen.

Die einzelnen Bände der Reihe „Geistliche Cantaten“ erscheinen als wissenschaftliche Urtextausgaben, erstellt nach den Editionsrichtlinien der Edition Musica Poetica und sind sämtlich in Partitur und Stimmen sowohl als PDF-Datei, als auch in gedruckter Form erhältlich.